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LEICHTATHLETIK - Im Landkreisvergleich liegt Wittmund deutlich vorne – Viel Spaß und etwas Kritik - Auch Läufer vom MTV-Wittmund auf der Jagd nach gelaufenen Kilometern

 

Cord Schulz (von links) Kevin Schelken und Rocco Mazzitelli sammeln fleißig Punkte  für den Landkreis Wittmund. Inzwischen haben sie zusammen mehr als 200 Kilometer in  den Beinen.   BILD: Jochen Schrievers
Cord Schulz (von links) Kevin Schelken und Rocco Mazzitelli sammeln fleißig Punkte für den Landkreis Wittmund. Inzwischen haben sie zusammen mehr als 200 Kilometer in den Beinen. BILD: Jochen Schrievers
 

OSTFRIESLAND. Ostfriesen sind gut zu Fuß. Das beweisen sie nicht nur Jahr für Jahr beim Ossiloop, auch die Schwaben bekamen im Rahmen einer Challenge bereits zu spüren, dass Ostfriesland Läuferland ist. Doch eine Frage ist noch offen: Woher kommen die ganzen Läufer? Das wird aktuell im Rahmen des Landkreisvergleichs ermittelt.

Die Idee stammt von Ossiloop-Organisator Edzard Wirtjes, der an den Leeraner Landrat Matthias Groote herangetreten ist. Der fragte seine Kollegen Olaf Meinen (Aurich), Holger Heymann (Wittmund) und Tim Kruithoff aus der kreisfreien Stadt Emden. Und schon nahm die Aktion Fahrt auf. Läufer können seit dem 2. Mai für ihren Kreis Kilometer sammeln. Ob als Läufer, Walker oder Wanderer spielt dabei keine Rolle. Die erreichten Kilometer werden dann ins Verhältnis zur Einwohnerzahl des jeweiligen Kreises gesetzt. Der Kreis, der am 25. Mai die meisten Kilometer pro Einwohner gesammelt hat, gewinnt.

Nach einer Woche liegen die Wittmunder klar vorne. Zwar haben die Auricher mehr Gesamt-Kilometer, doch mit rund 190 000 Einwohnern ist der Kreis auch größer als Wittmund (rund 57 000 Einwohner). Insgesamt wurden schon mehr als 40 000 Kilometer gemeldet. Auch zwei der Landräte schnüren ihre Schuhe. Matthias Grote hatte nach der ersten Woche 14 Kilometer hinter sich, Holger Heymann 55. Ihren Teil zum Erfolg der Wittmunder tragen auch Kevin Schelken, Cord Schulz und Rocco Mazzitelli bei. Die Freizeitsportler aus Esens und Holtgast haben schon am ersten Tag richtig Gas gegeben. Gut 30 Kilometer betrug ihre Startrunde. Inzwischen hat jeder der drei bereits mehr als 70 Kilometer in den Beinen.

Von der Idee des Landkreisvergleichs waren sie von Anfang an begeistert, an der Umsetzung äußern sie aber auch Kritik. Zum einen gab es schon bei der Anmeldung Probleme. Daher haben etliche Läufer zwei Accounts, von denen einer mit null Kilometern in der Liste steht. Das wäre noch zu verkraften, doch auch bei der Eingabe der Ergebnisse gibt es hin und wieder Schwierigkeiten. So kann es bei schlechter Verbindung zum Server oder durch Fehlbedienung dazu kommen, dass absolvierte Strecken doppelt abgerechnet werden.

Ein weiteres Problem sehen sie bei den Sportlern selbst, die Ergebnisse ohne Nachweis eintragen können. So listen einige alle Meter auf, die sie im Laufe des Tages gelaufen sind, ob auf der Arbeit, auf dem Weg in die Küche oder zum Klo. Das entspricht nicht dem Verständnis der drei Athleten aus Esens und Holtgast. Ob jemand joggt, walkt oder wandert, spiele keine Rolle. Aber ihrer Meinung nach sollten nur Strecken eingetragen werden, die auch bewusst aus diesem Grund gelaufen werden. Da sie aus dem Bekanntenkreis wissen, dass einige das anders handhaben, ist die Vergleichbarkeit nicht mehr gegeben. Das trübt den Spaß doch etwas.

Und genau um den Spaß geht es ihnen. Auch wenn sie recht flott unterwegs sind, sind Zeiten für sie nicht wirklich wichtig. Trotzdem würden sie gerne sehen, wo sie im Vergleich mit den anderen stehen. Das ist aber nur begrenzt möglich und wird bei anderen Veranstaltungen dieser Art ihrer Meinung nach besser gehandhabt.

Doch trotz der Probleme wollen sie weiter fleißig Kilometer sammeln. Auf ihren „Sabbelrunden“, wie sie ihre Läufe nennen, geht es eben eher um das gemeinsame Hobby, als um Bestleistungen. Dabei lassen sie sich weder von technischen Schwierigkeiten, noch vom teils schlechten Wetter der vergangenen Woche aufhalten.

Mehr Infos unter www.ossiloop.eu

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 11.05.2021