Turnen-Sparte

Hier finden sie alle Informationen zur Turnen-Sparte des MTV Wittmund.

Ansprechpartner:

Karin Potzler 04462-6944 karinpotzler@t-online.de 
Jörn Lumpe  04462-3480 joern.lumpe@ewetel.net

Sportakrobatik - Gäste und Aktive aus der Region überzeugen in Aurich einmal mehr mit vielfältigem Programm / Die 92-jährige Johanna Quaas bestritt in der Sparkassen-Arena ihren vorerst letzten Auftritt / Auch MTV-Turner unter den Akteuren

 

Aurich. (SM) Die Ostfriesische Turnshow ist auch bei der siebten Auflage ein Zuschauermagnet gewesen. Etwa 2000 Zuschauer kamen am vergangenen Samstag in die ausverkaufte Auricher Sparkassen-Arena, um in die bunte Welt des Turnens einzutauchen. 370 Sportler, überwiegend aus ostfriesischen Vereinen, boten mehr als drei Stunden unter dem Motto „Bewegungswelten“ ein vielfältiges Rahmenprogramm. Das i-Tüpfelchen setzten die „besonderen“ Gäste. Allen voran Johanna Quaas aus Halle, die mit 92 Jahren älteste Wettkampfturnerin der Welt. Es war ihr vorerst letzter öffentlicher Auftritt auf großer Bühne.


Ehre, wem Ehre gebührt: Quaas wurde vom Vorsitzenden des Ostfriesischen Turn- und Sportfördervereins (OTS), dem Auricher Wilfried Theessen, und eskortiert von den vermutlich ältesten männlichen Cheerleadern der Welt, den Seniorenturnern des TV Leer, sowie unter dem Applaus der stehenden Zuschauer majestätisch zum Auftritt an ihrem Lieblingsgerät begleitet. Was die zierliche Person dann am Barren zeigte, mit welcher Körperspannung, mit was für einer Kraft in den Armen, und einer Ausstrahlung, war einfach nur bewundernswert. Entsprechend fiel im Anschluss auch der Applaus der Zuschauer aus. Gefragt von Moderator Tom Bohmfalk, wie sie es geschafft habe, in diesem Alter noch solch eine Leistung zu bringen, hatte Quaas zwar kein Patentrezept, aber leicht umsetzbare Tipps: „Immer dabei bleiben, ein bisschen was für seinen Körper tun und aufrecht gehen.“ Fast entschuldigend fügte sie dann noch hinzu, dass sie bei ihrer Übung wegen einer Erkältung ja ein bisschen geschwächelt habe.

Ohne die Auftritte der hiesigen Aktiven zu schmälern, gehörte die Turnshowgruppe des Stedinger Turnvereins Berne zu den Höhepunkten. Sie ist die beste männliche Gruppe Deutschlands. Auf solch eine Idee erst einmal zu kommen und sie dann noch so zu inszenieren – fantastisch. Alles drehte sich um eine Katze, die von einer Putzfrau in Person eines männlichen Turners in Kittel und Kopftuch vermisst wurde. Mit turnerischem Einsatz machten sich die Berner in Feuerwehr-Montur auf die Suche. Vor einem Plakat mit dem Motiv eines Feuerwehrautos, das schon nahe an die Originalgröße eines Fahrzeugs herankam, zeigten sie zunächst allerlei Kurioses. Sie ließen sich zum Beispiel auf einem Feuerwehrschlauch stehend durch die Arena ziehen. Der Knalleffekt war jedoch das gekippte Plakat. Denn dahinter stellte sich ein feuerwehrrotes Reck, Marke Eigenbau, auf. Und darauf thronte die Katze, ein Berner Turner im „Cats“-Anzug. Alles weitere war ein Augenschmaus auf höchstem turnerischen Niveau.
Dem standen die Sportakrobatinnen des Oldenburger Turnerbundes nicht nach. Sie, die zu Deutschlands Besten gehören, sind Stammgäste bei der Ostfriesischen Turnshow. Sie zeigten Akrobatik mit einer tänzerischen Leichtigkeit und trotzdem hielten die Zuschauer die Luft an.
Sportlicher Abschluss der Ostfriesischen Turnshow war das Finale furioso auf dem Airtrack. Dafür hatten sich 40 Turnerinnen und Turner aus den sechs Vereinen Emder TV, SV Hage, MTV Wittmund, TG Wiesmoor, MTV Aurich und TV Leer zusammengetan und wussten mit ihrer gemeinsamen Performance zu überzeugen.


Aber nicht nur die Sportler, auch die 50 ehrenamtlichen Helfer hatten am Ende ganze Arbeit geleistet, das Geräteteam für einen zügigen Ablauf gesorgt. Alle gemeinsam versammelten sie sich zu einem stimmungsvollen Abschlussbild, als sie im Dunkel der Arena, auf dem Hallenboden sitzend, bunte Knicklichter schwenkten. Dazu sang der Kinderchor der Lambertikirchengemeinde Aurich „We are the world“ und auch „Wi sün‘ de Welt“.
Das Schlusswort hatte Helmut Collmann. Das OTS-Ehrenmitglied dankte besonders Bohmfalk, der federführend die Turnshow gemanagt hat. Es soll die letzte unter seiner Regie gewesen sein. So jedenfalls war es Collmann zu Ohren gekommen. „Am besten, du sagst jetzt nichts und denkst zu Hause noch einmal drüber nach“, sagte Collmann abschließend an Bohmfalk gewandt. Denn für Collmann soll es nicht die letzte Turnshow gewesen sein, nach der er sagt: „Wat was dat moi.“

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 27.02.2018