von Jens Schipper: Mit mehr als 3000 Läufern ist gestern Abend der 36. Ossiloop gestartet. Pünktlich um 19 Uhr fiel der Startschuss für die erste von insgesamt sechs Etappen in Bensersiel. Nach 35:51 Minuten ist wie erwartet Andreas Kuhlen als erster Läufer in Dunum von zahlreichen Zuschauern mit viel Applaus empfangen worden. Und das obwohl das Wetter sowohl den Läufern als auch den Schaulustigen einen Strich durch die Rechnung machte. Ergebnisse können über den Link in der linken Randleiste unter "Neuigkeiten" abgerufen werden.

Wo vor 348 Tagen in Euphorie und zum Teil großer Erleichterung alles endete, ging es gestern Abend wieder los: Zum insgesamt 36. Mal startete der beliebte Etappenlauf im Hafen von Bensersiel in eine neue Runde oder um bei den Worten des beliebten Moderators und Stimmungsmacher Heino Krüger, der die Teilnehmer nach den ersten 11,5 von insgesamt 64,7 Kilometern auf der alten Poststraße in Dunum begrüßte, zu bleiben: „Es ist Ossiloop!“ Mit mehr als 3000 Läufern vermeldete der immer größer werdende Ostfriesland-Lauf einmal mehr einen neuen Teilnehmerrekord.

Die ersten Tagessieger beim 36. Ossiloop stehen fest. Im Ziel in Dunum durften zwei Neulinge feiern. Bei den Männern setzte sich wie erwartet Andreas Kuhlen von der LG Braunschweig durch. Gleich vom Start weg bestimmte er das Geschehen an der Spitze und kam mit großem Vorsprung an. Da er sich im Vorfeld die Strecke nicht angesehen hatte und er den recht starken Wind nur schwer einschätzen konnte, machte er schon früh Druck. 35:51 Minuten benötigte er schließlich für die 11,5 Kilometer. Er zeigte sich positiv überrascht, wie viele Zuschauer trotz des nicht gerade optimalen Wetters an der Strecke gestanden haben um ihn und die anderen Läufer anzufeuern. Während Kuhlen ruhig und kontrolliert die Ziellinie überquerte, feierte der Zweitplatzierte, als hätte er gerade die Gesamtwertung gewonnen. Und damit kennt er sich aus. Immerhin gelang dies Stephan Immega bereits sieben Mal. Hochzufrieden mit seiner Leistung und glücklich zurück beim Ossiloop zu sein, sprang er mit einem breiten Lächeln über die Ziellinie. Ambitionen auf den Gesamtsieg hegt er dabei allerdings nicht. Er ist einfach froh, dass sein Körper wieder so mitmacht, wie er es sich vorstellt.

Während bei den Männern in der Gesamtwertung schon nach der ersten Etappe alles klar scheint, bahnt sich bei den Frauen ein deutlich engeres Rennen an. An der Spitze präsentierte sich ein junges Duo in ausgezeichneter Verfassung: Letztlich erreichte Nanke Smid
(Jahrgang 2000) als Erste das Ziel. Eine Sekunde später folgte Luisa Kisch (Jahrgang 1998). Letztere darf sich aber über den Tagessieg freuen. Das liegt an den unterschiedlichen Brutto- und Nettozeiten. Smid benötigte brutto 46:10 Minuten, aber ihre tatsächliche Zeit zwischen Start- und Ziellinie betrug 46:05 Minuten. Kisch hatte eine Bruttozeit von 46:11, lief aber netto nur 46:03 und führt das Klassement damit mit zwei Sekunden Vorsprung an. Da beide Starterinnen noch der weiblichen Jugend zugerechnet werden, führt die Nummer drei der Tageswertung das Klassement der weiblichen Hauptklasse an. Und das ist eine alte Bekannte. Heike Piotrowski von der LG Harlingerland liegt mit 32 Sekunden Rückstand noch in Schlagdistanz zu ihren jungen Konkurrentinnen. Hier ist also auch auf den kommenden Etappen für Spannung gesorgt. Weiter geht es bereits am Freitag, wenn sich der Ossiloop-Tross von Dunum auf den Weg nach Plaggenburg macht.

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 03.05.2017