Edzard Wirtjes zieht nach Halbzeit erstes Resümee / Viel positives Feedback

 

LEER. (as) Die dritte Etappe ist geschafft und damit Zeit für eine kleine Zwischenbilanz. Organisator Edzard Wirtjes ist zufrieden mit dem bisherigen Ablauf und freut sich über das starke Gemeinschaftsgefühl. Läufer aus 21 Nationen sind unterwegs.


Edzard Wirtjes ist während des „Ossiloop anners“ nicht nur mit seinem Rad unterwegs.Archivbild: Thomas Breves
Edzard Wirtjes ist während des „Ossiloop anners“ nicht nur mit seinem Rad unterwegs.Archivbild: Thomas Breves

 

„Deine Teilnahme an der dritten Etappe wurde erfolgreich gespeichert“, hieß es gestern in der Ossiloop-App bei mehr als 3000 Teilnehmern. Damit ist die Hälfte rum beim ostfriesischen Kultlauf, der in diesem Jahr so ganz anders ist, als in den 38 Jahren zuvor. Durch die App und die damit verbundene Virtualität nehmen Läufer überall auf der Welt teil – genauer gesagt in 21 Ländern. 32,4 Kilometer haben die Teilnehmer des Etappenlaufs bereits zurückgelegt. Einige, für die es möglich war, liefen die bekannten Etappenabschnitte, andere liefen auf ihren Haus- oder Lieblingsstrecken. Während das erste Teilstück 3401 Läufer zurückgelegt hatten, waren es bei der zweiten noch 3392 Starter und Organisator Edzard Wirtjes schätzt, dass nach gestern noch 3370 potenzielle Dörloper im Rennen sind. Zwar nicht zusammen, aber doch irgendwie gemeinsam bestreiten die Läufer den Ossiloop und zeigen damit, dass es auch „anners“ geht. „In diesem Jahr werden wir auf jeden Fall mehr Dörloper haben, als in den letzten Jahren“, ist sich der Leeraner sicher.

Mit dem Ablauf der ersten drei Etappen ist Wirtjes rundum zufrieden. Er selbst machte sich bei jeder Etappe morgens um 8 Uhr auf den Weg. „Ich habe den Eindruck, dass es sehr gut angenommen wird. Ich spüre, dass das Gemeinschaftsgefühl trotzdem da ist.“ Sogar gestern, an seinem Geburtstag, ließ er die Laufschuhe nicht stehen und absolvierte die 9,7 Kilometer. „Es war herrliches Laufwetter, und es lief ganz gut. Am Nachmittag bin ich dann noch einmal mit dem Rad losgefahren und habe geschaut, wen ich noch so an Ossiloopern treffe“, blickt der Organisator auf seinen Ehrentag zurück. Er freut sich immer, wenn er Läufer mit der Startnummer am T-Shirt entdeckt: „Wir kriegen unheimlich viele Bilder zugeschickt, auch von Läufern, die gar nicht hier in der Gegend laufen.“

Und genau das ist es, was den Ossiloop 2020 auch so besonders macht. Ob Walker oder Sportler aus Neuseeland oder Chile, sie alle können in diesem Jahr mitmachen – dank der App. „Natürlich haben wir schon überlegt, wie wir das auch in den nächsten Jahren für solche Läufer zu einer gemeinsamen Sache machen können. Es freuen sich gerade unheimlich viele, dass sie dabei sein können und das freut uns auch. Trotzdem soll der Ossiloop in den nächsten Jahren in seiner Ursprungsform stattfinden“, stellt Wirtjes klar. Im Vorfeld hatte es aber auch etwas Kritik an der Höhe des Startgelds gegeben, doch Wirtjes weiß die Kritiker zu besänftigen: „Auch wenn so etwas wie Streckenabsperrung und Verpflegung dieses Mal weggefallen ist, hatten wir alte und neue Kosten, die gedeckt werden mussten. Die App, der Versand der Shirts und Startunterlagen oder auch die Arbeit mit den Umbuchungen und Rückzahlungen mussten finanziert werden“, gibt der Organisator zu und fügt an: „Von der Kritik habe ich aber auch gar nicht viel mitbekommen. 95 Prozent der Läufer, mit denen ich zu tun hatte, waren froh, dass wir den Ossiloop überhaupt veranstalten.“

Am Freitag steht die vierte und mit 11,9 Kilometern auch längste Etappe an. Von da an rückt das begehrte Dörloper- Shirt in greifbare Nähe. Sicherlich wird Edzard Wirtjes auch dann wieder mit seinem Rad unterwegs sein, um Ausschau nach dem einen oder anderen Ossilooper zu halten.

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 06.05.2020