Leichtathletik - Jever-Fun-Lauf soll bislang wie geplant stattfinden – Veranstalter entscheiden Ende April neu

Ob der beliebte Schortenser Jever-Fun-Lauf wie in den vergangenen Jahren stattfinden  kann, ist noch nicht sicher. Die Verantwortlichen beraten Ende April.   BILD: Thomas Breves
Ob der beliebte Schortenser Jever-Fun-Lauf wie in den vergangenen Jahren stattfinden kann, ist noch nicht sicher. Die Verantwortlichen beraten Ende April. BILD: Thomas Breves

Für die virtuelle Form des Ossiloops hat sich inzwischen auch eine Läuferin aus Österreich angemeldet.

FRIESLAND/OSTFRIESLAND. (AS/Mün) Der Organisator des Jever-Fun-Laufs Rudolf Budweg und sein Team sind besorgt. Die derzeitige Ausnahmesituation rund um das Coronavirus zwang Veranstalter großer Marathons und Laufveranstaltungen in ganz Deutschland in den vergangenen Wochen zu Absagen – zu ungewiss ist die Zukunft. Zwar soll der Internationale Schortenser Jever-Fun-Lauf erst im August stattfinden, doch Gedanken machen sich die Verantwortlichen bereits jetzt.

„Vom Kopf her gehen wir gerade davon aus, dass der Jever-Fun-Lauf stattfinden wird. Daran halten wir auch erst einmal fest und entscheiden Ende April neu. Wir sind im Team die ganze Zeit in Kontakt. Vielmehr als die Durchführung, sorgt uns momentan die Situation der Sponsoren und Geschäfte“, erklärt Budweg. Viele von ihnen sind durch die momentane Lage wirtschaftlich betroffen. Aus diesem Grund stellte das Organisationsteam die Akquise von Anzeigen und Unterstützern zunächst ein. „Das ist momentan keine Zeit, in der man fragt, ob irgendwer eine Anzeige schalten will“, stellt Budweg klar. Für ihn ist derzeit Geduld das Gebot der Stunde. Er ist sich jedoch sicher, dass der Jever-Fun-Lauf im August stattfinden wird. „Wie und in welcher Form, müssen wir aber abwarten.“

Nicht mehr abwarten müssen die Organisatoren des Ossiloops um den Verantwortlichen Edzard Wirtjes. Nachdem sie den Lauf in der regulären Form schon vor zwei Wochen abgesagt und bekannt gegeben hatten, ihn virtuell stattfinden zu lassen, läuft die Vorbereitung auf Hochtouren. „Die App ist entwickelt und in der Testphase. Bisher kriegen wir jeden Tag neue Anmeldungen und das inzwischen aus ganz Deutschland und aus Österreich“, erklärt Edzard Wirtjes. Eine Wienerin habe sich angemeldet ebenso wie ein Berliner. Zwar hätte das Team auch rund 700 Ab- und 200 Ummeldungen auf das nächste Jahr erhalten, aber Wirtjes schätzt, dass trotzdem etwa 1500 bis 1700 Läufer mitmachen werden.

Das System stößt auf Begeisterung. „Wir haben das Zeitfenster der Etappen von 20 Uhr auf 21 Uhr erweitert und wollen jetzt auch überregional Werbung machen. Schließlich ist es mit der App möglich, von überall auf der Welt teilzunehmen.“ Heute endet die Um- und Abmeldefrist. In ein paar Tagen hat Wirtjes die genauen Zahlen und die Gewissheit, wie viele Menschen virtuell mitlaufen. Und noch etwas Gutes bringt die Virtualität mit sich: Wirtjes selbst kann nach 14 Jahren als Organisator endlich wieder selbst teilnehmen, da er sonst während der Etappen immer voll eingespannt war.

Auf Virtualität setzen auch die Veranstalter des Gorch-Fock-Laufs in Wilhelmshaven. Anmeldungen lagen vor, 1500 Medaillen waren bestellt, viel Arbeit im Vorfeld bereits erledigt – jetzt steht fest: Der Gorch-Fock-Lauf wird am 14. Juni nicht wie geplant stattfinden. „Wir halten es als organisierender Verein für eine falsche Botschaft, zu einer eventuell Viren verbreitenden Großveranstaltung aufzurufen, selbst wenn sich die Situation im Juni wieder verbessert haben sollte“, stellt Inga Bernsau fest. Die Entscheidung, den Lauf abzusagen und stattdessen einen virtuellen Lauf anzubieten, sei im Gorch-Fock-Lauf-Verein einstimmig gefallen.

Die Verantwortlichen bitten um Verständnis, dass jetzt alles Weitere nicht sofort erledigt werden kann. „Wir werden mit allen, die sich angemeldet haben, Kontakt aufnehmen. Und wir wollen die Gemeldeten finanziell entschädigen. Aber wir werden eine Bearbeitungsgebühr nehmen müssen, weil uns ja auch durch die Zusammenarbeit mit dem Zeitnehmer, der auch die Anmeldungen verwaltet, Kosten entstanden sind. Und auch Rückerstattungen kosten Geld.“ Grundsätzlich spielt für Bernsau aber auch ein zutiefst menschlicher Aspekt eine Rolle: „So eine Veranstaltung organisierst du, wenn du den Kopf frei hast. Aber wer hat das im Augenblick?“

 aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 31.03.2020