Tausende Zuschauer machen den Zieleinlauf für jeden Athleten zu einem Erlebnis / Doch der Veranstalter muss ein wenig Kritik einstecken: Die im Vorfeld diskutierte Treppe auf der Strecke sorgt erneut für Ärger.


von Thomas Breves und Jens SchipperNORTMOOR/LEER. Das Dörpoler-Shirt ist in diesem Jahr weiß. Der Erste, der das gestern Abend in Erfahrung bringen durfte, war Andreas Kuhlen. Er hat auch die Schlussetappe von Nortmoor bis ins Ziel nach Leer bestimmt und sich den Gesamtsieg bei der 37. Auflage gesichert. Im Ziel erneuerte Kuhlen sein Versprechen, auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein zu wollen. Der Rekord, die meisten Etappen in Folge zu gewinnen, lockt ihn doch sehr. Auch die Auricherin Tanja Schwarz ließ sich auf den letzten 10,2 Kilometern nicht mehr beirren und fuhr einen sicheren Start-Ziel-Sieg im Klassement der Frauen ein.


Schon vor dem Startschuss in Nortmoor war es schwer, in der Innenstadt von Leer einen Parkplatz zu finden. Tausende strömten der Ziellinie in der Innenstadt entgegen und sorgten dafür, dass die Stimmung für die Athleten wieder einmal ganz besonders werden sollte. Kuhlen ließ sich vom Applaus der Zaungäste ins Ziel tragen und trudelte die letzten Meter entspannt aber auch recht emotionslos aus. Dafür fühlten sich aber jede Menge anderer Dörloper bei der Zielankunft in Leer wie Sieger. Und das war ihnen auch anzumerken. Selbst wenn es nur darum ging, den eigenen Schweinehund, der so unfassbar viele gute Gründe kennt, den Abend lieber auf dem Sofa zu verbringen, niederzuringen.

  
Aber es wurde vielfach auch Kritik laut. Zwar war die ominöse und viel diskutierte Treppe auf der Laufstrecke in diesem Jahr eine zeitfreie Zone, doch das führte dazu, dass die Sportler das Tempo zwischen den beiden Zeitmessmatten reduzieren und gehen mussten – und das auf einer Länge von etwa 200 Metern. Im Anschluss wieder seinen Rhythmus zu finden und sogar noch Kraft für einen Schlussspurt zu finden, das trieb dann doch einige Athleten arg an ihre Grenzen.
Nichtsdestotrotz konnten sich nur wenige der Ossilooper kein Lächeln abringen, als endlich die Ziellinie in Sicht kam. Die Schufterei hatte ein Ende – endlich. Doch wie schnell die Leiden vergessen waren, konnten fast die meisten mit nur einem Satz erkennen lassen: „Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.“ Dann wird die Stimme des Ossiloops, Heino Krüger, wieder laut am Mikrofon verkünden: „Es ist Ossilooooop!“

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 12.05.2017