Der abzusehende Sieger Andreas Kuhlen hat sich bereits neue Ziele gesetzt – Es gilt, einen Rekord zu knacken / Doch nicht nur die Temperaturen machen auf der sogenannten Klaus-Beyer-Etappe zu schaffen.

von Jens Schipper und Thomas Breves - Holtland. Nicht mehr weit, das Ziel ist schon fast in Sichtweite – so dürfte es so manchem Ossilooper gestern auf der vorletzten Etappe von Gut Stikelkamp nach Holtland gegangen sein. Lust und Last hielten sich angesichts der doch recht hohen Lauftemperaturen auf der 9,8 Kilometer langen Klaus-Beyer-Etappe die Waage. Schon im Vorfeld hatte das Deutsche Rote Kreuz ein Stückchen weiter gedacht und die Zahl der Stationen entlang der Strecke auf sechs aufgestockt. Denn auch die Mitarbeiter des DRK sahen die Gefahr, dass sich der eine oder andere Läufer eventuell überschätzen könnte.


Die stehende Luft auf den an sich recht schattigen Wegen machte sich dann auch stark bemerkbar. Die Ossilooper kamen abgekämpft und in den Gesichtern gezeichnet in Holtland im Ziel an. Auch Andreas Kuhlen, der Führende und erneute Etappensieger, fand den Lauf schweißtreibend. Ihn trieb allerdings ein anderes Problem um: „Die vielen Fliegen haben genervt!“ Trotz der scheinbaren Insektenplage blieb er seiner Taktik treu. Auf den ersten fünf Kilometern der Strecke blieb er auf Tuchfühlung zum Zweiten der Rangliste, Johannes Wiltfang. Die Dramaturgie auf den folgenden Kilometern folgt dann immer demselben Schema. Wiltfang bricht ein, Kuhlen hält das Tempo und geht als Erster über die Ziellinie, so war es auch gestern.
An ihre Grenze wollte die Erste in der Frauenwertung Tanja Schwarz, gestern angesichts der Temperaturen nicht mehr gehen. „Es hat Spaß gemacht, aber mein Wetter ist das nicht“, erklärte sie. Auch wenn sie ein vermindertes Tempo ging, den Etappensieg ließ sich die Auricherin nicht nehmen. Fünfmal in Folge konnte ihr die Konkurrenz bislang nicht folgen.
Für Andreas Kuhlen ist es bereits der elfte Etappensieg in Serie. Der Leichtathlet hat sich deshalb schon jetzt ein neues Ziel gesetzt, zumal ihm der Sieg beim 37. Ossiloop nicht mehr zu nehmen sein wird. Es gilt, einen Rekord zu knacken– den von Stephan Immega und Inga Jürrens. Der Läufer der LG Harlingerland und die Läuferin der Emder LG sind die einzigen, die es geschafft haben, beim Ossiloop 20 Mal in Folge einen Etappensieg zu erringen. „Rekorde sind da, um gebrochen zu werden. Der Weg dahin, der passt“, sagt Kuhlen.

aus Anzeiger für Harlingerland" vom 08.05.2018