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Leichtathletik - Komplette Absage, Verschiebung oder eine virtuelle Auflage – Organisatoren müssen abwägen - Auch Wittmunder Klinkerlauf betroffen

In diesem Jahr wird die Laufstrecke am Dornumer Schloss leer bleiben. Die Veranstalter entschieden sich aufgrund der Coronakrise für eine Absage. Erst im nächsten Jahr können sich Sportler wieder auf den Dornumer Schlosslauf freuen und dazu ist etwas ganz Besonderes in Planung. BILD: Jens Schipper
In diesem Jahr wird die Laufstrecke am Dornumer Schloss leer bleiben. Die Veranstalter entschieden sich aufgrund der Coronakrise für eine Absage. Erst im nächsten Jahr können sich Sportler wieder auf den Dornumer Schlosslauf freuen und dazu ist etwas ganz Besonderes in Planung. BILD: Jens Schipper

Die wirtschaftlichen Folgen sind für viele Verantwortliche groß, sagt Rudolf Budweg vom Jever-Fun-Lauf.

FRIESLAND/OSTFRIESLAND. „Wo kann ich dieses Jahr noch starten?“ Diese Frage stellen sich derzeit viele Hobby- und Profiläufer. Aufgrund der Coronakrise folgt derzeit eine Absage einer Laufveranstaltung der nächsten. Den Organisatoren bleibt oft nichts anderes übrig als abzusagen, zu verschieben oder es virtuell auszurichten. Wir haben bei Veranstaltern in der Region nachgefragt, wie es um ihre Läufe steht.

Jever-Fun-Lauf

Einer, der sich mit seinem Team bereits für eine ersatzlose Absage entschieden hat, ist Rudolf Budweg. Der Organisator des internationalen Schortenser Jever-Fun-Laufs bei dem jedes Jahr mehr als 1500 Läufer an den Start gehen, hat sich auch bewusst gegen eine virtuelle Ausrichtung entschieden. „Natürlich hatten wir diese Überlegung auch, aber letztendlich war es für uns dann doch keine Option. Wir haben früh genug reagieren können und so viel Geld gespart. Somit mussten wir durch einen möglich virtuellen Lauf kein Geld zwingend wieder reinholen. Abgesehen davon bin ich persönlich auch kein Fan von virtuellen Läufen“, erklärt Budweg. Als Mitglied der Interessengemeinschaft German Road Races weiß Budweg, dass die Krise für viele Veranstalter finanzielle Folgen hat. Eine Verschiebung kam daher für ihn auch nicht in Frage, da er nicht mit anderen Veranstaltungen konkurrieren wollte.

Dornumer Schlosslauf

Ebenfalls gegen eine Verschiebung entschieden sich die Veranstalter des Dornumer Schlosslaufs, der am 26. Juni stattgefunden hätte. „Das finanzielle Risiko einer Verschiebung wäre für uns einfach zu groß gewesen. Wir hatten so schon Ausgaben wie Gebühren, Werbung und Co. auf denen wir natürlich jetzt sitzen bleiben“, stellte Hans-Joachim Arleth, Vorsitzender des Veranstalters SV Dornum klar, nachdem Klaus Begitt sich aus der Organisation zurückgezogen hat. Im nächsten Jahr plant der Verein dafür etwas Besonderes zum Schlosslauf, mehr verrät Arleth noch nicht.

Siebethsburger Volkslauf

Vor zwei Wochen entschied sich auch das Organisationsteam um Chris Peters vom Mitveranstalter Bauverein Rüstringen für eine Absage des Siebethsburger Volkslaufs am 12. September in Wilhelmshaven. Auch wenn sich in den nächsten Wochen noch viel hätte ändern können, war den Veranstaltern die Planungssicherheit zu gering. „Der Volkslauf wird erst 2021 wieder stattfinden. Finanziell ist das kein herber Schlag für uns, aber es ist schade um die Einnahmen, die wir jedes Jahr spenden“, erklärt Peters.

Wittmunder Klinkerlauf

Planungsunsicherheit und ein zu großes Infektionsrisiko waren laut Henning Gralle, Vorsitzender des Veranstalters MTV Wittmund, auch die Gründe, die dazu führten den traditionellen Klinkerlauf Anfang September abzusagen.

 

EWE-Nordseelauf

Eine Absage erteilten auch die Organisatoren des EWE Nordseelaufs, der in mehreren Etappen stattfindet. Eine virtuelle Auflage kam für die Veranstalter nicht in Frage. „Unser Ansatz ist ja ein touristischer und der lässt sich mit einer virtuellen Durchführung nicht erfüllen“, stellt Tim Krickhahn von der Organisation klar. Dieses Jahr wäre wieder der Insellauf dran gewesen, der nur alle vier Jahre stattfindet und bei dem jede Etappe über eine andere Insel führt. Da zum Erreichen der Inseln Fähren und der damit verbundene Tidestand eine entscheidende Rolle spielt, fiel auch eine Verschiebung in den Herbst sehr schnell weg. „Ein Jahr Planung ist jetzt umsonst. Für das nächste Jahr müssen wir beinahe wieder bei Null anfangen. Eigentlich trägt sich das Event selbst, aber in diesem Jahr müssen wir ja auf die Einnahmen verzichten und werden die Startgelder im nächsten Jahr auch nicht erhöhen um dies zu kompensieren“, erklärt Krickhahn. Der geplante Insellauf wird jetzt im nächsten Jahr stattfinden, die bereits gekauften Startplätze bleiben erhalten.

RVB Harlingerland Volkslauf

Noch Hoffnung besteht hingegen für den RVB Harlingerland Volkslauf des Lauftreffs Schafhauser Wald. Während die Verantwortlichen des LT bereits den ebenfalls von ihnen organisierten Esenser Volksbanklauf am 27. April absagen mussten, haben sie für den RVB Harlingerland Volkslauf einen neuen Termin angesetzt. Er soll jetzt am 1. November in Dunum stattfinden. Als Begründung gaben die Organisatoren um Alwin Günther einen geringeren Aufwand und eine geringere Starterzahl an. Während der Volksbanklauf nämlich durch die Esenser Innenstadt verläuft, findet der Volkslauf in einer Wallheckenlandschaft außerhalb von Dunum statt. Eine Verschiebung der Veranstaltung in Esens hätte wirtschaftlich ein zu großes Loch hinterlassen und wäre mit zu viel Aufwand verbunden gewesen.

Nord-West-Cross

Ebenfalls noch nicht aufgeben brauchen Läufer den Nord-West-Cross am 29. November im Barkeler Busch. Die Organisatoren Andreas Fieger und Rainer Becker werden erst im August eine genaue Entscheidung fällen. Optimistisch ist Fieger jedoch, dass der Lauf wie geplant stattfinden kann.

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 16.06.2020