Leichtathletik-Sparte

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MTV-Leichtathlethin auf Erfolgskurs - Siebenkämpferin Fortuna Nkengue zieht ins Sportinternat nach Hannover

 

BILD: Annika Schmidt
BILD: Annika Schmidt

Trotz ihres Alters bleibt sie bei Wettkämpfen immer cool. Jetzt bekam die junge Sportlerin ein verlockendes Angebot.

WITTMUND. Fortuna Nkengue ist 14 Jahre alt, liebt es in ihrer Freizeit Songtexte zu schreiben und abends Serien auf Netflix zu schauen – genauso wie viele andere Mädchen in ihrem Alter. Doch die Neuntklässlerin der KGS musste vor Kurzem eine schwere Entscheidung treffen, die ihr Leben in Zukunft verändern wird.

Fortuna ist Leichtathletin beim MTV Wittmund. Im Juni gewann sie als beste 14-jährige Siebenkämpferin aus Bremen und Niedersachsen den Landestitel in Bad Harzburg. Auf ihren Wettkämpfen entdeckten sie die Landestrainer und boten ihr nicht nur einen Kaderplatz, sondern auch einen Platz im Sportinternat in Hannover an. „Der Kaderplatz war schon immer mein Traum. Aber der Platz im Sportinternat kam für mich ganz überraschend“, erzählt die Teenager, der nach der Einladung nach Hannover eine große Entscheidung bevorstand. „Wir haben uns riesig für sie gefreut. Wenn sie in dem Sport weiterkommen will, ist das ihre Chance, aber sie muss das selbst entscheiden“, erklärt ihr Adoptivvater Stefan Adolf. Nachdem Fortuna eine Probewoche im Internat absolviert und auch viel mit ihrer Trainerin Gertrud Kollenbroich darüber gesprochen hatte, entschied sie sich dafür. „Ich habe viel darüber nachgedacht, aber letztendlich habe ich mir dann gesagt, ich will’s versuchen. Ich liebe die Leichtathletik und will noch besser werden“, erklärt die 14-Jährige.

Von Kamerun zum MTV

Hätte sie damals, als sie mit ihrer Mutter Lucienne im Alter von sechs Jahren von Kamerun nach Emden kam gewusst, dass sie im Siebenkampf einmal so erfolgreich sein würde, sie hätte wohl niemals angefangen Fußball zu spielen. Erst durch eine AG an ihrer damaligen Schule kam sie zur Leichtathletik. Dort erlernte sie die ersten Grundlagen, bevor sie vor drei Jahren mit ihrer Mutter nach Wittmund zog und dem MTV beitrat. „Gertrud Kollenbroich hat mir dann Speerwerfen, Diskus und Kugelstoßen gezeigt. Irgendwann sagte sie zu mir, man könnte ja mal Siebenkampf ausprobieren“, erinnert sich Fortuna. Inzwischen beherrscht der Sport den Alltag der gebürtigen Kamerunerin. Bis zu vier Mal die Woche trainiert Fortuna auf der Anlage des MTV mit ihrer Trainerin. Am Wochenende ist sie dann oft auf Wettkämpfen unterwegs. Auf die Frage, welche Disziplin ihr vom Siebenkampf am besten gefällt, hat sie eine klare Antwort: „Die, die ich dann grad am besten kann, denn die muss ich nicht viel trainieren. Momentan ist es der Hürdenlauf“, sagt sie und lacht.

Schlafen gegen Aufregung

Derzeit steckt die Neuntklässlerin in der Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft der U 16 im Siebenkampf am 20. und 21. Juli in Mainz. Dort will sie ihre persönlichen Bestzeiten wieder toppen. Von Aufregung bei dem jungen Mädchen keine Spur: „Ich freue mich vielmehr drauf, denn dort treffe ich viele Sportfreunde wieder, die wie eine Familie sind“, erklärt Fortuna. Ist sie kurz vorher doch mal nervös, legt sie sich einfach hin. „Ich schlafe gerne und viel. Vor dem 800-Meter-Lauf setze ich mich im Stadion immer noch einmal hin und schlafe etwas. Das beruhigt und entspannt mich“, berichtet die 14-Jährige. Ihre Trainerin sei während sie schläft immer aufgeregt erzählt sie und grinst.

Und da Rituale nicht gebrochen werden sollen, wird Fortuna auch wohl in Mainz auf dem Stuhl sitzen und schlafen, während die nervöse Konkurrenz auf ihre Einsätze wartet.

aus "Anzeiger für Harlingerland" vom 13.07.2019