Ausschreibung soll möglichst noch in diesem Jahr erfolgen – Architekten stellen Projekt im Ausschuss vor / Sportanlage soll grunderneuert werden / Maximal 1,7 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung.

Von Ina Frerichs - Wittmund. Der Arbeitskreis Wittmunder Stadion und die Politiker sind sich einig: Die Sportanlage soll nach langer Vorlaufzeit nun möglichst zügig saniert werden. Im Kreis-Haushaltsausschuss am Mittwoch bedankte sich Vorsitzender Franz Pfaff (SPD) bei den Beteiligten für das Engagement in der Sache. Pfaff sieht die Sanierung als „positive Sache für Wittmund“, so werde das Stadion weiterhin nutzbar sein. Das sei eine gute Perspektive für den Schul- und Vereinssport in der Kreisstadt. Die beauftragten Architekten Lüder Hoppe (Sportplatz) und Christian Feddermann (Gebäude) stellten in der Sitzung Vorgehensweise und Kostenschätzungen vor. Hoppe erläuterte die geplanten Arbeiten an der Sportanlage. Unter anderem ist eine Kunststoff-Laufbahn vorgesehen. Und er wies darauf hin, dass angesichts der angrenzenden Wohnbebauung eine Nutzungseinschränkung gegeben ist. Allerdings genieße die Anlage Bestandsschutz. Architekt Christian Feddermann stellte das neue Gebäudekonzept vor, zu dem unter anderem eine überdachte Tribüne mit 110 Sitzplätzen gehört.

 

Anfang 2017 hatte die Kreispolitik das Sanierungsvorhaben für das Stadion beschlossen. Eine Bedingung war, dass der Kostenrahmen von 1,5 Millionen Euro (davon 6 750 000 Euro Fördermittel) eingehalten werden muss. Inzwischen wird angesichts allgemeiner Preissteigerungen mit einer Summe von maximal 1,7 Millionen Euro kalkuliert. Die zweite Bedingung, das Stadion nach Sanierung an die Stadt Wittmund zu übergeben, sei aufgrund des Forderungskatalogs der Stadt jetzt nicht mehr vorgesehen (siehe auch Seite 1).
Fokko Saathoff (SPD) lobte die „herausragende Arbeit der Architekten und der Ehrenamtlichen im Arbeitskreis“, kritisierte aber gleichzeitig die mangelnde Kooperationsbereitschaft von Bürgermeister Rolf Claußen. „Der Landkreis versteht sich als Solidargemeinschaft“ – es gehe darum, gemeinsam ein Ziel zu verfolgen, so Saathoff. Heinz Buss (SPD) wollte die Kritik am Bürgermeister so nicht stehenlassen: Der Katalog bestehe aus durchaus „lösbaren Aufgaben“.
Abgeordneter Hendrik Schultz (CDU) dankte dem Arbeitskreis für die „genügsame Wunschliste“. Heiko Reents (EBI) betonte, dass es wichtig ist, die Kosten im Griff zu behalten. Zuvor hatten die Architekten darauf hingewiesen, dass die Kalkulation schwierig ist. Die Betriebe seien gut ausgelastet, die Preise würden deutlich anziehen. Hoppe: „Das Projekt hat einen enormen Kostendruck.“ Das Ergebnis der Ausschreibung, die möglichst noch in diesem Jahr erfolgen soll, bleibe abzuwarten. Martin Ullrich, Vorsitzender des SV Wittmund, bedankte sich im Anschluss an den einstimmigen Sanierungsbeschluss im Namen des Arbeitskreises und der Sportvereine. Zu Beginn der Sitzung hatte bereits Bernd Kollenbroich für den Arbeitskreis die konstruktive Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung und den Architekten gelobt.
Im Ausschuss wurde in der Diskussion schließlich deutlich, dass für die Politik die Sanierung der Sportstätte Priorität hat – und nicht die Frage der Trägerschaft.

aus "Anzeiger für Harlingerland vom 21.09.2018